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Jahresbericht Nr. 30 von 1899:
Mit der unausgesetzt fortschreitenden Bevölkerungszunahme unserer Stadt erweitert sich die Vereinsthätigkeit zusehends. Das 30jährige Bestehen des Vereins am 18. Juni 1898 veranlaßte die „Kleine Presse“ dahier zu einem kleinen Bericht über ihn ...
Es folgt eine Zusammenstellung der in den vergangenen 30 Jahren geleisteten Hilfen: Gesamteinnahmen 386 812,82 Mark, Gesamtausgaben 280 004, 30
Zuweilen ist wohl auch Unkenntniß von Strafgesetzen an einem Fehltritt schuld, so bezüglich des Bettelns und Landstreichens bei jungen auf der Wanderschaft mittellos gewordenen Leuten. Es wurde deshalb vorgeschlagen durch Anschlag in den Herbergen zur Heimath auf eine größere Kenntniß der betreffenden gesetzlichen Bestimmungen hinzuwirken und dadurch manchen Unerfahrenen vor Gefängniß und Strafarbeitshaus zu bewahren.
Nach vielen Mühen und Beschwernissen ist das längst herbeigesehnte und eifrig erstrebte Frauenheim in unserer Nähe (in Eckenheim) seiner Eröffnung (am 1. März 1899) nahegerückt.
Mit besonderer Freude haben wir davon Kenntniß genommen, daß zum ersten Malan einem der hiesigen Gefängnisse eine auf Kosten des Centralausschusses für innere Mission ausgebildete Gefangenen=Aufseherin angestellt worden ist.
Noch immer besteht der schwere Mißstand, daß Personen, die als Untersuchungsgefangene einem entfernt gelegenen Gericht vorgeführt und von da als unschuldig entlassen worden sind, amtlich nicht die Mittel erhalten, um nach Hause oder an einen Ort, wo sie voraussichtlich Erwerb finden, zu gelangen. Vor etlichen Monaten wurde z.B. ein Mann von der Arbeit weg verhaftet und aus der Gegend von Hannover hierhergebracht; nachdem sich hier sofort ergeben hatte, daß lediglich ein amtlicher Irrtum zu Grunde lag, entließ man ihn mittellos, wie er war. Wir mußten ihn auf Vereinskosten zurückreisen lassen, weil keine Behörde sich seiner annahm und er sich aus eigener Kraft nicht forthelfen konnte mithin – obwohl unschuldig – hier hätte zu Grunde gehen müssen.
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