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Begrüßungsrede des Vorsitzenden
Sehr geehrte Damen und Herren,
als Vorsitzender des Frankfurter Gefängnisvereins von 1868 e.V. begrüße ich Sie ganz herzlich.
Es freut uns sehr, dass Sie zu unserer kleinen Feierstunde so zahlreich erschienen sind. Zeigt es doch, dass 135 Jahre soziale Arbeit nicht ganz spurlos an Stadt, Region und Land vorbeigegangen sind.
Ganz herzlich begrüße ich die SPD-Landtagsabgeordnete Frau Heike Hofmann und die Stadtverordneten Frau Hildegard Burkert (CDU) und Herrn Peter Feldmann (SPD). Sie haben als Parlamentarierinnen und Parlamentarier zur Zeit einen ganz besonders schweren Job. Mangel verwalten ist immer schwerer als Überfluss verteilen. Ich wünsche Ihnen und uns, dass Sie bei aller objektiven Notwendigkeit von Sparmaßnahmen nicht die soziale Ausgewogenheit aus dem Auge verlieren.
Ich begrüße die Gäste aus dem Bereich der Justiz. An erster Stelle natürlich Sie, liebe Frau Dr. Hohmann-Dennhardt. Sie haben in Ihrer Zeit als Frankfurter Sozialdezernentin unsere Geschäftsstelle im Bäckerweg 11 eröffnet. Ihnen letztlich haben wir zu verdanken, dass wir heute neben unserem Haus im Bäckerweg auch noch stolze Eigentümer eines Mehrfamilienhauses in Nied sind. Wir haben es mit Hilfe von Stadt und Land im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus errichtet, weil Sie uns damals bei der Einweihung der Geschäftsstelle mit erhobenem Zeigefinger darauf hingewiesen haben, dass die Umwandlung einer Wohnung in eine Geschäftsstelle Zweckentfremdung sei und wir Ersatzwohnraum schaffen müssten. Liebe Frau Dr. Hohmann-Dennhardt seien Sie uns herzlich willkommen. Wir sind schon sehr gespannt auf Ihren Festvortrag.
Meine Damen und Herren, bevor ich mit der Begrüßung fortfahre, erlauben Sie mir, kurz noch einmal das Stichwort Zweckentfremdung aufzunehmen. Wie wir in den Zeitungen lesen konnten, plant die Landesregierung, die Zweckentfremdungsverordnung auslaufen zu lassen, weil sich der Wohnungsmarkt selbst in den hessischen Ballungsräumen entspannt habe. Entspannt hat sich der Markt hinsichtlich teurer Wohnungen; hinsichtlich der für Normal- und Niedrigverdiener erschwinglichen Wohnungen aber ist er so angespannt wie nie. All diejenigen, die im sozialen Bereich arbeiten, wissen dies. Wird die Zweckentfremdung von Wohnraum erlaubt, dann wird die Lage noch verzweifelter werden. Ich appelliere an die Landesregierung, die Zweckentfremdungsverordnung fortzuschreiben.
Das Stichwort Landesregierung gibt mir Gelegenheit, Sie, Herr Ministerialdirigent Dr. Roos ganz herzlich zu begrüßen. Sie werden ja anschließend ein Grußwort an uns richten.
Aus dem Bereich der Justiz begrüße ich ebenfalls ganz herzlich Herrn Oberstaatsanwalt Dieter Kellermann, den Leiter der Amtsanwaltschaft FFM, Frau Elisabeth Hesse, die Leiterin der JVA FFM IV, und Herrn Peter Linke, den Leiter der JA Gießen. Mit Ihnen begrüße ich zugleich alle Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte, alle Gäste aus der Bewährungshilfe und aus den Sozialdiensten.
Mit Ihnen, Herr Stadtrat Franz Frey, begrüße ich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt, insbesondere des Sozialamtes, die so zahlreich gekommen sind. Wir freuen uns auf Ihre Grußworte.
Das gilt natürlich auch für Ihre Grußworte, verehrte Frau Anne Franz. Mit Ihnen begrüße ich alle Gäste aus dem Bereich der freien Träger und der sozialen Vereine.
Meine Damen und Herren, was könnte die Bedeutung der freien Träger und der sozialen Vereine besser symbolisieren als 135 Jahre Frankfurter Gefängnisverein; 135 Jahre soziales Engagement von Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt. Leider ist es gerade in diesen Tagen so wichtig, auf die Bedeutung der freien Träger und der sozialen Vereine hinzuweisen. Gerade wenn der Staat sich aus vielen Aufgaben zurückzieht, ist die Vielfalt der kleinen und großen sozialen Vereine und freien Träger unverzichtbar. Wer des schnellen Sparerfolges wegen heute das dichte Netz der sozialen Vereine ausdünnt, handelt kurzsichtig, ja verantwortungslos. Was heute zerstört wird, ist für viele Jahre verloren. Und der Staat wird, statt sich zurückziehen zu können, mehr denn je gefordert sein.
Meine Damen und Herren ich nähere mich dem Ende meiner Begrüßung.
Zunächst möchte ich aber einige Danksagungen loswerden.
Das sind zunächst die drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gefängnisvereins. Sie werden Sie nachher noch kennen lernen. Ohne Euer Engagement und Eure Phantasie, liebe Christina Baumann, lieber Winfried Meißner, lieber Peter Zittier wäre der Gefängnisverein nicht das, was er heute ist. Ohne Euch hätte ich auch nicht 16 Jahre als Vorsitzender durchhalten können. Vielen Dank.
Danken möchte ich auch Herrn Aarun Kumar, der mit seiner spanischen Gitarrenmusik den Sektempfang begleitet hat und uns auch nachher beim Mittagessen aufspielen wird.
Und danken möchte ich schließlich noch den fünf Damen und Herren von der Fa. State Street, die vermittelt durch den Verein Institut für Sozialarbeit – Büro Aktiv im Rahmen freiwilliger sozialer Arbeit heute als unsere guten Geister dafür sorgen, dass es uns an nichts fehlt.
Meine Damen und Herren, eine kleine Überraschung habe ich mir für den Schluss aufgehoben.
Der Frankfurter Gefängnisverein von 1868 e.V. ist einer der letzten Vereine in der Bundesrepublik, der noch das Wort „Gefängnis“ in seinem Namen führt. Die Gefängnisse selbst heißen nicht mehr Gefängnisse sondern Justizvollzugsanstalten. Seit Jahren bestürmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Bewohnerinnen und Bewohner den Vorstand, den als diskriminierend, die Resozialisierung behindernden Namen „Gefängnisverein“ zu ändern. Sie weisen auch seit langem darauf hin, dass sich die inhaltliche Arbeit des Vereins längst von der eines „Gefängnisvereins“ gelöst hat.
Meine Damen und Herren, die Mitgliederversammlung hat am 2. Oktober diesen Jahres beschlossen, dem Drängen nachzugeben.
Ich darf Ihnen hier den neuen Namen des Gefängnisvereins präsentieren. Wir heißen ab heute
Perspektivwechsel e. V. – Soziale Verantwortung seit 1868.
Meine Damen und Herren, ich darf Sie herzlich bitten, uns auch unter neuem Namen dasselbe Vertrauen wie bisher entgegenzubringen.
Herr Sozialdezernent, Sie haben das Wort.
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