Presseerklärung vom 05.12.2003

 

Frankfurter Gefängnisverein ändert im 135. Jahr seines Bestehens seinen Namen in „Perspektivwechsel“ e.V.

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Der Verein wurde 1868 von engagierten Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Frankfurt gegründet. Ihr Interesse galt der Fürsorge der Gefängnisinsassen und deren Angehörigen. Im Laufe der Jahre haben sich die Schwerpunkte der Arbeit verändert. Neben der Resozialisierung steht heute die Prävention, die Hilfe für Menschen in besonderen sozialen Notlagen im Vordergrund.

 

Die Arbeit wird von drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geleistet. Arbeitsschwerpunkte sind:

·    Betreutes Wohnen für junge wohnungslose Erwachsene zwischen 18-25 Jahren: Der Verein bietet jungen Menschen psychosoziale Beratung und Begleitung. Sie können dazu in ihrer eigenen Wohnung oder im vereinseigenen Haus wohnen.

·     Beratungsstelle: Der Verein berät, informiert und unterstützt Personen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, und ihre Angehörigen bei allen auftretenden Problemen im persönlichen Bereich sowie im Umgang mit Ämtern und Behörden.

·     Betreutes Wohnen für haftentlassene Frauen und Männer: Nach der Entlassung aus der Haft oder auch zur Vermeidung einer Inhaftierung können Frauen oder Männer auf Zeit im vereinseigenen Haus möblierte Wohnungen mieten .und unser ganzheitliches Beratungsangebot in Anspruch nehmen.

·     Hafturlauberwohnung: Hafturlauberinnen und Hafturlauber können kostenlos ein vollmöbliertes Appartement nutzen. Dieses Angebot gilt auch für Angehörige von Inhaftierten, die eine weite Anreise zu den Frankfurter Justizvollzugsanstalten haben.

 

„Diesen aktuellen Arbeitsschwerpunkten“ so Prof. Rolf Kessler, Vorsitzender des Vereins, „wird der Name ‚Gefängnisverein‘ nicht mehr gerecht. Er ist zudem diskriminierend für unsere Bewohnerinnen und Bewohner und für die Ratsuchenden. Selbst die Gefängnisse heißen ja heute nicht mehr Gefängnisse sondern Justizvollzugsanstalten. Nach vieljähriger Debatte hat daher die Mitgliederversammlung am 2. Oktober 2003 beschlossen, den Verein umzubenennen in ‚Perspektivwechsel‘ e.V. mit dem Zusatz ‚- Soziale Verantwortung seit 1868‘. Die Namensänderung ist inzwischen im Vereinsregister eingetragen.“

 

Die Arbeit wird über Leistungsvereinbarungen (Betreutes Wohnen) und einen Zuwendungsvertrag (Beratungsstelle) von der Stadt finanziert. Das Land hat bisher das Projekt Betreutes Wohnen für Haftentlassene bezuschusst und die Hafturlauberwohnung überwiegend finanziert. Diese Förderungen sind ab 2004 gestrichen. Der Verein wird gleichwohl alle Projekte fortführen, ist dabei aber auf Spenden und Bußgelder angewiesen.

 

 

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